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Wandel des Heimweges

Datum: 29.09.2018, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Beim Frühlingsfest des Jahres 2018 haben meine Eltern ihre alte Gewohnheit fallen lassen und einen Geistesblitz bekommen: Sie würden heimkehren, um Frühlingsfest zu feiern.

Meine Heimat ist in Gansu, das Tausende von Kilometern entfernt ist. Mit der Maschine braucht man nur zwei Stunden von Lhasa nach Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu.

Es war Mittag und wir fuhren vom Stadtgebiet Lhasas mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Die ganze Strecke verlief auf Autobahnen. Rund 40 Minuten später kamen wir an. Mein Vater bewunderte dies und sagte: „Nun ist es ziemlich einfach heimzufahren. Als wir damals neu in Tibet waren, war die Infrastruktur gar nicht so gut. Die Reise war strapaziös.

Die Reise nach Hause trägt die Erinnerungen meiner Eltern. Kurz nach dem Frühlingsfest des Jahres 1983, als der Schnee auf dem Boden meiner Heimat noch nicht ganz geschmolzen war, folgte mein Vater dem Aufruf des Vaterlands und kam nach Tibet, das weit weg war, um sich an der Aufbauarbeit des Grenzgebiets Chinas zu beteiligen.

Um von der Heimat in Gansu aufs Hochplateau zu fahren, musste man zuerst von Lanzhou mit dem Bus nach Goldmud fahren. Auf der Reise fuhr man am wunderschönen Qinghai-See und der unendlichen Gobi-Wüste vorbei. Einige Tage später musste man von Goldmud aus per Anhalter mit Lkws nach Tibet weiterfahren. Neben dem Überwinden des Schneegebirges, das Tausende von Metern über dem Meeresspiegel lag, musste man immer wachsam gegenüber Schleudergefahren sein. Man musste nicht nur Wetterverhältnisse, die mit denen der vier Jahreszeiten vergleichbare waren, sondern auch eine Reihe von Höhenkrankheiten wie Kopfschmerzen, Übelkeit usw. hinnehmen. Diese Straße nach Tibet, die als Himmelsstraße bezeichnet wird, erforderte unter den damaligen Bedingungen einige Tage, wenn man dadurch nach Tibet fuhr.

Am 1 Juli 2006 wurde die Eisenbahnlinie Qinghai-Tibet fertiggestellt. Damals hatte ich vor Kurzem meine untere Mittelschule abgeschlossen. Meine Eltern haben extra Fahrkarten gekauft, um mich mit dem Zug nach Hause zu bringen. Der Lhasaer Bahnhof war voller tibetischer Besonderheiten und durchdrungen von Vermischungen der Klassik mit der Moderne. Die Innenarchitektur des Bahnhofes war ebenfalls tibetisch. Außerdem standen Touristen sogar Vorrichtungen zur Sauerstoffversorgung zur Verfügung. Meine Eltern und ich waren auf der ganzen Reise sehr aufgeregt. Die Landschaft war beeindruckend. Noch mehr staunten wir über die Errungenschaften der Bauarbeiter, die unbeirrbar waren und keine Schwierigkeiten scheuten.

In den Jahren danach habe ich die Veränderungen, die der Verkehr bewirkte, immer deutlicher zu spüren bekommen. Die „Himmelsstraße“, die vor Jahrzehnten in einem schlechten Zustand war, ist infolge der sorgfältigen Wartung der Arbeiter zu einer unentbehrlichen Option der Reisenden geworden. Im Sommer jedes Jahres reißt der Autostrom auf der Straße Qinghai-Tibet Richtung Tibet nicht ab. Diese Menschen können auf der ganzen Strecke die imposanten Landschaften bestaunen. Manch andere Touristen summen die Melodie von „Mit dem Zug nach Lhasa“ vor sich hin, während sie mit der Bahn nach Tibet fahren.

Diesen Heimweg sind meine Eltern und ich gegangen. In den 40 Jahren nach der Einführung der Politik der Öffnung nach außen haben sich die Gesellschaft und Wirtschaft Tibets gewandelt. Außerdem sind Straßen ebener geworden und die Verkehrsmittel haben ein höheres Niveau erreicht. Die Entfernung zwischen der Heimat und Tibet wird immer kürzen und das Heimgehen wird immer einfacher.

(Redakteur: Daniel Yang)

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