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Süßteehaus

Datum: 07.11.2018, 09:06 Quelle: China Tibet Online

In der tibetischen Sprache werden Tee und Nudeln „getrunken“ (die tibetische Aussprache klingt wie tong). „Trinken“ und „Essen“ haben dieselbe Bedeutung.

Der Morgen beginnt. Die rituellen Trommeln und der Zypressenrauch in den Klöstern locken die ersten Gäste an: die früh aufgestandenen Pilger. Im Süßteehaus entstehen Legenden. In manchen Teehäusern, die auf eine reiche Geschichte zurückblicken, kann man im Duft des Tees die unvorstellbarsten Geschichten hören.

Im Süßteehaus wird der beliebteste tibetische Lebensstil beibehalten. Es handelt sich um das Fort des tibetischen Lebens. Im heutigen Tibet wird die britische Einheit Pfund für Süßtee benutzt, von einem Pfund bis zu fünf Pfund. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts steigert sich der Austausch zwischen Tibet und dem Westen. Unvermeidlich sind die gastronomischen Gewohnheiten vom Westen beeinflusst worden. Damit hat sich die britische Zwischenmahlzeit, die den tibetischen Sitten und Gebräuchen entspricht, auf dem tibetischen Hochland niedergelassen. Der Tee schmeckt und riecht gut, ist süß, aber nicht ölig. Beilagen dazu sind tibetische Nudeln, Rindfleisch-Pasteten oder ölige Maisbrötchen. Im Duft des Tees genießt man die einzigartige tibetische Gemütlichkeit, was einen dauerhaften Nachgeschmack hinterlässt.

Die tibetischen Nudeln werden in einer kleinen Schüssel aus rostfreiem Stahl serviert. Die Nudeln sind dick und rund. Wegen des niedrigen Siedepunktes auf der hohen Höhenlage finden die Touristen die Nudeln immer halbroh. Deswegen muss man auch gründlich kauen. Die Suppe ist die Quelle aller frischen Geschmäcker. Ob die Nudeln gut schmecken, kommt auf die Suppe mit Yakfleischstücken an.

Ein Mann, der zum ersten Mal Tibet besucht, hält wahrscheinlich alle Teehäuser für eine riesige Handelskette. Ohne Absprache werden darin Süßtee, Buttertee, tibetische Maultaschen und Curryreis angeboten. Die Preise sind auch fast gleich. Am auffälligsten ist, dass das Essgeschirr in allen Teehäusern gleich aussieht: dunkelbraune Glastassen für Süßtee und kleine Schüsseln aus rostfreiem Stahl für Nudeln.

Die erfolgreichen Süßteehäuser sehen gleich aus: Die langen Bänke werden glatt und hell gerieben und die Wände gelb verraucht. Es ist wie die Visitenkarte des Teehauses. Alt ist ein Geschmack.

(Redakteur: Daniel Yang)

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